Dienstag, 21. Juni 2011

Glutfunke

Bisher haben wir in unserem Blog immer über unsere Kunsthandwerks-Ergebnisse berichtet. Heute möchte ich einmal über eine andere Kunstrichtung berichten, nämlich über einen Film, der mich sehr bewegt hat. Ich habe dafür das neue Label "Seitenblicke" eingerichtet. Unter diesem Label möchte ich auch in Zukunft Einträge veröffentlichen, die ein wenig abseits vom Hauptthema des Farbtrualla-Blogs liegen. Ich hoffe, daß damit der Rahmen nicht gesprengt wird.
Nun aber zu meinem heutigen Anliegen:
"Der Konflikt findet niemals zwischen Gut und Böse statt. Der Konflikt findet immer zwischen guten Menschen statt, die sich gegenseitig bekämpfen, weil sie verschiedene Perspektiven haben, verschiedene Werte und ein unterschiedliches Verständnis von dem, was passiert. Die Menschen streben nach etwas Gutem und das wird zu ihrem Untergang. Weil die Wirklichkeit so viel größer und stärker ist, viel komplexer als das, was sie wahrnehmen." Yaron Shani
Yaron Shani ist einer der beiden Regisseure des Films Ajami.
Ajami ist das größte arabische Viertel Jaffas in Tel Aviv. Es ist auch der Name eines Films, der auf eine einzigartige Weise die Realitäten der arabischen und jüdischen Kultur zeigt. Der Film verbindet fünf Geschichten von Juden und Arabern, Christen und Muslimen in Ajami. Aus verschiedenen Blickwinkeln und in unterschiedlichen Zeitebenen wird von einer ausweglosen Situation erzählt, in der sich die verschiedenen Lebenswirklichkeiten fast zwangsläufig tragisch miteinander verbinden. Alle Rollen wurden mit Laiendarstellern aus Jaffa und Tel Aviv besetzt.
Dieser Film lief heute im Frankfurter Haus am Dom. Sehr schwere Kost, die einen verstört und sprachlos zurückläßt. Der Film endet mit dem Satz "Mach die Augen auf" - einem Satz, den man allen Akteuren fortwährend zurufen möchte, um einen Ausstieg aus der wahnsinnigen Spirale von Gewalt und Gegengewalt zu schaffen. Was für ein Glück wir alle hier haben, da sind die ganzen kleinen Intrigen und Ärgernisse, mit denen wir jeden Tag ringen, der reinste Kindergeburtstag. Wir wissen doch gar nicht, wie es ist, in einer Welt zu leben, in der Frauen nichts zählen und in der jeder "sein eigenens Ding" macht, seine Interpretation der Realität niemals in Frage stellt und in der es auch gar keinen Spielraum für andere Handlungsweisen und Interpretationen der Realität gibt.
Sie können die Augen gar nicht aufmachen...

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Dankeschön :-)
Nette Grüße von den Farbtrullas