Samstag, 22. Dezember 2012

Gelesen: Adriana Altaras: Titos Brille

Klappentext:
Adriana Altaras führt ein ganz normal chaotisches und unorthodoxes Leben in Berlin: mit zwei fußballbegeisterten Söhnen, einem westfälischen Ehemann, der ihre jüdischen Neurosen stoisch erträgt, und mit einem ewig nörgelnden, stets liebeskranken Freund. Alles bestens also ... bis ihre Eltern sterben und sie eine Wohnung erbt, die seit 40 Jahren nicht mehr ausgemistet wurde. Fassungslos kämpft sich die Erzählerin durch kuriose Hinterlassenschaften, bewegende Briefe und uralte Fotos. Dabei kommen nicht nur turbulente Familiengeheimnisse ans Tageslicht, auch die Toten reden von nun an mit und erzählen ihre eigenen Geschichten.

Meine Meinung:

Adriana Altaras ist Jüdin, Jahrgang 1960 und erzählt in ihrem Buch die Geschichte ihrer Familie. Sie spannt dabei den Bogen von ihren Großeltern in Zagreb bis in ihre eigene Gegenwart in Berlin. Sie erzählt im lockeren Plauderton nicht chronologisch oder systematisch, sondern wie in einem Gespräch anekdotisch hin und her springend. Respektlos und unverblümt erzählt sie über Kuriositäten genauso wie über ungeheueren Verbrechen des Holocaust. Wir erleben, wie die Nachkommin von Holocaust-Überlebenden ihr Jüdisch-sein in Deutschland heute lebt, mit all dem Ballast aus der Vergangenheit. Eine Geschichte über Generationen, die aus vielen faszinierenden Mosaiksteinchen besteht: amüsant, kurzweilig und warmherzig.
Was ich so besonders an dem Buch finde, ist Adriana Altaras leidenschaftliche Heiterkeit, die all die schlimmen und manchmal auch skurrilen Dinge, die sie uns erzählt, einfach überstrahlt. Ein wirklich außergewöhnliches Buch, das ich wärmstens empfehle.
 

Kommentare:

  1. Hört sich wirklich gut an. Ich glaube, das wird das nächste Buch sein, das ich mir zulege.

    AntwortenLöschen
  2. Danke für so einen fundierten Tip - macht Lust auf mehr!

    Lieben Gruß von Annelotte

    AntwortenLöschen

Dankeschön :-)
Nette Grüße von den Farbtrullas