Sonntag, 18. August 2013

Gelesen: Astrid Rodenfeld, Adams Erbe

Inhalt:  
Berlin, 2004. Edward Cohen, Besitzer einer angesagten Modeboutique, hört seit seiner turbulenten Kindheit immer wieder, wie sehr er Adam gleicht – seinem Großonkel, den er nie gekannt hat, dem schwarzen Schaf der Familie. In dem Moment, in dem Edwards Berliner Leben in tausend Stücke zerbricht, fällt ihm Adams Vermächtnis in die Hände: ein Stapel Papier, adressiert an eine gewisse Anna Guzlowski. Berlin, 1938. Adam Cohen ist ein Träumer. Aber er wächst als jüdischer Junge in den dreißiger Jahren in Deutschland auf, und das ist keine Zeit zum Träumen. Selbst wenn man eine so exzentrische Dame wie Edda Klingmann zur Großmutter hat, die ihren Enkel die wichtigen Dinge des Lebens gelehrt hat – nur das Fürchten nicht. Als Adam mit achtzehn Anna kennenlernt, weiß er, wovon seine Träume immer gehandelt haben. Doch während die Familie Cohen die Emigration nach England vorbereitet, verschwindet Anna in der Nacht des 9. Novembers 1938 spurlos. Wo soll Adam sie suchen? Sechzig Jahre später liest Edward atemlos Seite um Seite...

Meine Meinung: 
Dieses Buch ist Astrid Rosenfelds Debutroman und stand 2011 auf der Auswahlliste des Deutschen Buchpreises.
Zwei Geschichten, von denen man glaubt, das sie inhaltlich nicht zusammen gehören und deren Verknüpfung erst spät aufgelöst wird, werden hier erzählt. Da ist zum einen die Geschichte Edward Cohens, dessen Kindheit und Jugend wir begleiten und dessen Leben reichlich schräg ist. Astrid Rosenfeld erzählt leichtfüßig und höchst unterhaltsam eine Seltsamkeit nach der Anderen. Man wird sofort in die Geschichte hineingezogen, doch bisweilen fragt man sich, worauf das ganze eigentlich hinauslaufen soll.
Irgendwann beginnt dann der zweite Teil, der das Leben Adam Cohens, Edwards Großonkel, schildert. Die Geschichte ist wiederum schön und leicht. Man amüsiert sich bestens darüber, wie der schlaue Adam die Nazis foppt und merkt gar nicht, wie grandios die Autorin die Leser in die Irre führt. Ganz sachte rutscht man immer tiefer in das Grauen dieser schrecklichen Zeit hinein, bis einem das Lachen endgültig im Halse stecken bleibt. Diese sanfte, kaum merkliche Veränderung ist brillant gelungen und kam für mich vollkommen unverwartet.
Ein wirklich ganz besonderes Buch, das noch lange nachgeklungen hat und dem ich wirklich wünsche, dass es viele Leute lesen.

1 Kommentar:

  1. Ich müsste mir viel mehr Zeit zum Sitzen und Lesen nehmen! Danke für die Erinnerung ...

    Lieben Gruß von Annelotte

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Dankeschön :-)
Nette Grüße von den Farbtrullas