Donnerstag, 10. Oktober 2013

Kaum vorstellbar

... wieviel Mühe es früher gekostet haben muß, Wolle herzustellen.
Ich habe mir ja nie Gedanken darüber gemacht, bis mir eine Spindel über den Weg lief und ich es selbst versucht habe.





Es gibt ja viele Spinnereinnen, die ausschließlich oder zumindest viel mit der Spindel spinnen. Erst neulich sagte mir eine Bekannte, dass sie gerne mit der Spindel arbeitet, weil sie sie überall hin mitnehmen kann. Da ich ja irgendwie zunehmend weniger stricke, dachte ich mir, dass spindeln eine Alternative sein könnte, aber ich glaube, mir ist das doch zu mühsam...
Aber solch eine Spindel ist ja neben ihrem Zweck auch eine Augenweide. Insofern kann ich die Spinnereinnen, die behaupten, Spindeln seien Herdentiere, durchaus verstehen. :-)

Kommentare:

  1. Ich bin auch immer davon fasziniert wie viele verschiedene Spindeln es gibt. Aber du hast recht, mit der Spindel gesponnen, wird ein Knäulchen Wolle richtig wertvoll.

    LG
    Margit

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  2. Wie geht denn das, nur mit der Spindel? Wo wird sie reingehängt (oder wofür ist oben der Haken) und wie dreht man sie? Und dann haben die Frauen früher damit so wunderschöne Norweger- und Fischer- und sonstige Pullis gestrickt! Oder war das schon zu Zeiten von Spinnrädern? Toll, was es alles gibt!
    Viele Versteh-nix-Grüße vom
    Buntfex

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  3. Lieber Buntfex,
    der Haken ist für die Fadenführung und man braucht ihn auch, um einen Anfangsfaden zu produzieren.
    Soweit ich herausfinden konnte, haben die Menschen schon in der Steinzeit Fasern zu Wolle verarbeitet. Das einfachste Spinngerät ist ein Spinnstock. Diese Technik gibt es heute noch z.B. in Tibet. Die Handspindel ist eine Weiterentwicklung des Spinnstocks. Dann wurde das Spindelrad entwickelt. Dabei wird die bisher senkrecht verwendete Fallspindel waagerecht in ein vierbeiniges Gestell eingebaut. Die Spindel wird jetzt über einen Riemen ange­trieben, der ein Schwungrat mit dem Wirtel verbindet. Das Spindelrad war schon im 9. Jahrhundert in Indien bekannt, kam aber erst durch die Araber im 12./13. Jahrhundert nach Europa. Wo das Spindelrad zuerst auftauchte, ist nicht mehr festzustellen. Es ist wahrscheinlich, daß es zusammen mit dem neuen Rohstoff Baumwolle aus dem Orient (Indien, China) in die damaligen Zentren der Textilherstellung Oberdeutschland (Konstanz), Flandern und Florenz eingeführt wurde. Das neuartige Rad wurde in der Tuchmacherei verboten: 1224 in Venedig, 1256 in Bologna, 1268 in Paris, um 1280 in Speyer, 1288 in Abbeville, 1292 in Siena und so weiter. Der Grund für das Verbot ist heutzutage nicht mehr ganz klar. Etwa 200 Jahre später wurde die Konstruktion erneut verändert und damit das Flügelspinnrad erschaffen. Ein Flügelspinnrad gehörte bis weit ins 19. Jahrhundert hinein zur Aussteuer einer Braut.
    (Quellen: Wikipedia, www.die-spinnstube.de, Sigrid Vogt: Geschichte und Bedeutung des Spinnrads in Europa)

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    1. Hallo lieber Buntfex,
      vor lauter Faszination über die Geschichte des Spinnrads hab ich jetzt ganz vergessen, Deine Fragen zu beantworten.
      Wie man mit einer Spindel spinnt, kann man hier sehen:
      http://www.youtube.com/watch?v=M1ACbhEdEFs

      Die Wolle für die Norweger- und Fischer- und sonstigen Pullis ist wohl mit Spinnrädern gemacht worden bzw. soviel ich gelesen habe, wurden im 18. Jahrh. schon erste mechanische Spinnmaschinen eingeführt.

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  4. Liebe Creaphila,
    das ist schon ganz schön fantastisch, wie man auf so was kommt. Und wie sich das alles entwickelt hat. Habe mir die You-tube-Darstellung angesehen - irre! Aber es sieht ein bisschen unkommod aus für die Arme. Und, man muss ja dauernd das gesponnene Garn um die Spindel wickeln, das ist ganz schön mühselig. Da macht ein Spinnrad doch einen komfortableren Eindruck. Danke Dir für die tolle Erklärung. Ich kann mir wirklich gut vorstellen, dass es ein ganz tolles Gefühl sein muss, ein Wollknäuel selbst hergestellt zu haben. Ich wünsch Dir weiterhin viel Freude und knotenfreies Gelingen, ich find's klasse, wie Du Dich da reingefuchst hast!
    Tschüssi
    Christiane

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  5. Mit einer selbst gebastelten CD-am-Stiel-Spindel habe ich meine allerersten Spinnversuche (genau, mit Video vor der Nase) gemacht. Inzwischen bin ich auf Holz umgestiegen, und auch wenn es doch mühsam ist, ab und an spinne ich auch damit gerne wieder.
    Schön sind Spindeln allemal und es gibt so viele unterschiedliche.
    Mach´s gut und gib nicht auf
    Birgit

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Dankeschön :-)
Nette Grüße von den Farbtrullas